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Test
Ratchet & Clank Future: Tools of Destruction Test
Artikel erstellt von VioletFlame am 15.11.2007 | 0 Kommentar(e)
Cover
USK
Medium:
Disc
Genre:
Jump & Run / Action
Entwickler:
Insomniac Games
Release:
14.11.2007
Release-Preis:
ca. 70 EUR
Spieler:
1
Sprache:
Deutsch
Steuerung:
Sixaxis Bewegungssensitiv
Auflösung:
720p, 1080i, 1080p
Screenshots:
Es gibt immer wieder Spieleserien, die wie aus dem sprichwörtlichen Nichts erscheinen und die Welt der Videospiele mächtig durcheinander bringen. Zu diesen Titeln gehörte seinerzeit auch das actionlastige Jump & Run Ratchet & Clank, das seinen Anfang auf der PlayStation 2 nahm und mittlerweile auf fünf verschiedene Ableger, die für die PlayStation 2 und die PlayStation Portable erschienen sind, zurückblicken kann. Denn auch wenn die Mannen von Insomniac ihr Können bereits mit dem violetten Drachen Spyro auf der ersten PlayStation eindrucksvoll unter Beweis stellten, zeigten sich sowohl die Fachpresse, als auch die Spieler ein um das andere Mal überrascht darüber, wie man in wenigen Jahren fünf Ableger veröffentlichen kann, ohne dass sich in irgendeiner Form Abnutzungserscheinungen oder so etwas wie Langeweile breit machen. Mit Ratchet & Clank Future: Tools of Destruction nimmt in diesen Tagen das nächste Abenteuer der beiden Helden Kurs auf die PlayStation 3 und soll einmal mehr durch die gelungene Mischung aus Action, Humor und ausgefallenem Design zu begeistern wissen. In wie weit dieses Unterfangen von Erfolg gekrönt war, soll euch der nun folgende Test verdeutlichen.

Verstaut man die Blu-ray zum ersten Mal im Laufwerk der eigenen Konsole, installiert das Spiel zunächst einen kleinen Teil der Daten auf der Festplatte, wodurch die Ladezeiten des Abenteuers merklich reduziert werden. Leider schlich sich an dieser Stelle ein kleiner Bug ein, der bereits in der US-Version zu finden war und ursprünglich in der europäischen Fassung beseitigt werden sollte. Dieser Bug sorgt dafür, dass das Spiel die Festplatte stets als vollen Datenträger erkennt, unerheblich davon, wie viel leeren Speicherplatz diese denn nun bietet. An dieser Stelle hilft ein kleiner Trick dabei, diesen Fehler zu umgehen. Durch die Installation, respektive Deinstallation eines 500 Megabyte schweren Datenpakets wird die Festplatte wieder richtig gelesen und der Spieler darf sich endlich in das Spektakel stürzen. Hier bleibt also zu hoffen, dass dieser Fehler möglichst schnell mit einem Patch behoben wird. Im Hauptmenü angekommen warten die obligatorischen Punkte wie ein neues Spiel, die Möglichkeit ein bestehendes Spiel zu laden oder die Optionen, in denen man die Steuerung, sowie das audiovisuelle Erscheinungsbild dem eigenen Geschmack anpassen darf. Sind sämtliche Einstellungen vorgenommen worden, führt der Weg in ein neues Spiel, das seinen Anfang in der Stadt Metropolis nimmt. Um sich von den zahlreichen Schlachten der Vergangenheit zu erholen, geht Ratchet seinem liebsten Hobby nach und bastelt wieder einmal an einer Maschine herum, ehe die ganze Stadt von zahlreichen bewaffneten Robotern in Aufruhr versetzt wird. In Folge dessen bahnt sich der Spieler seinen Weg durch die besagten Armeen. Diese Ereignisse dienen gleichzeitig als eine Art spielbares Tutorial und führen in die anfangs durchaus komplexe Steuerung ein.

So dirigiert man den sympathischen Lombax mittels des linken Sticks durch das Geschehen, während man mit dem rechten Stick die hin und wieder etwas störrische Kamera manuell justiert. Dieser gelingt es nämlich nicht immer das Geschehen in das rechte Licht zu rücken, weshalb man in regelmäßigen Abständen dazu gezwungen ist selber Hand anzulegen. Mit zunehmender Spieldauer wird man sich allerdings mit diesem kleinen Manko arrangieren und die Kamera intuitiv nach eigenem Gusto ausrichten. Wirklich schwer fällt dieser Fauxpas also zu keinem Zeitpunkt ins Gewicht. Sieht man sich nun mit einem der zahlreich auftretenden Gegner konfrontiert, stehen Ratchet verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, mit denen er die finsteren Schergen aus dem Weg räumen kann. Stehen die Zeichen auf Nahkampf, schwingt der pelzige Protagonist mit Quadrat seinen Schraubenschlüssel oder kann eine besonders mächtige Attacke ausführen, indem der Spieler ihn mittels der X-Taste springen lässt und anschließend einen Schlag mit Quadrat ausführt. Der Fokus der Schlachten liegt allerdings nach wie vor auf den zahlreichen Waffensystemen, die mittels der Kreis-Taste aktiviert werden. Wahlweise dürfen hier die Schultertasten zur Hilfe genommen werden, um beispielsweise in die First-Person-Sicht zu schalten oder seitwärts zu laufen und die Gegner so unter Feuer zu nehmen. Im Gesamtbild präsentiert sich die Steuerung enorm facettenreich und bietet - neben den hier aufgezählten Manövern - zahlreiche Spezialtechniken wie Salti, Powersprünge oder Combos. Was sich auf den ersten Blick nun reichlich kompliziert anhören mag, geht dank der Einführungen im Spiel schnell in Fleisch und Blut über und sorgt so dafür, dass man zu jedem Zeitpunkt das Gefühl vermittelt bekommt, den Helden auch wirklich unter Kontrolle zu haben.

Ist das spielbare Intro bewältigt, folgt eine kleine Zwischensequenz, die in die Geschehnisse von Ratchet & Clank Future: Tools of Destruction einführt. Wie eingangs schon erwähnt, gehört Ratchet einer Rasse an, die den Namen Lombax trägt und sich stets durch ihre technischen Errungenschaften auszeichnete. Dieser Ruf sollte allerdings schnell zu einem Fluch werden, da es sich ein finsterer Imperator mit dem Namen Tachyon zum Ziel gesetzt hat, die Rasse der Lombax, die im Prinzip nur noch aus Ratchet besteht, endgültig auszulöschen. Als sich die beiden Protagonisten Auge in Auge gegenüber stehen, wird allerdings schnell deutlich, dass der Begriff „Großer Imperator“ vielleicht doch etwas hoch gegriffen ist. Denn abgesehen von der Tatsache, dass Tachyons Körpergröße in etwa mit der eines Gartenzauns vergleichbar ist, wurde ihm zudem der Vorname Percival verpasst, was natürlich für einige Lacher bei Ratchet und Clank sorgt. Da der Imperator trotz allem dennoch über eine schlagkräftige Armee verfügt, suchen die beiden Helden zunächst ihr Heil in der Flucht und befinden sich nach einer kurzen Tiefschlafphase, die bei Ratchet durch ein mysteriöses Gas und beim Roboter Clank durch einen kräftigen Schlag mit einem Boxhandschuh hervorgerufen wird, plötzlich in einer von Tachyon beherrschten Galaxie wieder, die natürlich nur darauf wartet von ihrem Peiniger befreit zu werden. Die Geschichte von Ratchet & Clank Future dreht sich allerdings nicht nur um die besagte Galaxie, sondern konfrontiert den Spieler gleichzeitig mit einer spannenden Suche nach der Vergangenheit der Lombax’. Und auch der treue Begleiter Clank verfügt plötzlich über die Fähigkeit, eigentlich unsichtbare Wesen mit dem Namen Zonis zu sehen und nimmt so einen wichtigen Platz in der Geschichte ein. Da jeder zukünftige Besitzer des Spiels die überzeugend inszenierte Geschichte jedoch ganz für sich alleine enthüllen sollte, halten wir uns an dieser Stelle mit weiteren Details zur Handlung selbstverständlich vornehm zurück.

Doch welche Geschichte sorgt schon für Begeisterung unter den Spielern, wenn die spielerische Umsetzung nicht passt? Richtig, keine. Und genau deshalb fällt der kritische Blick auch schnell auf die Spielmechanik des Abenteuers, die im Prinzip kaum abwechslungsreicher hätte ausfallen können. Denn auch wenn die knackigen Hüpfpassagen, sowie die zahlreichen Action-Einlagen sichtbar den größten Teil des Titels ausmachen, war man bei Insomniac doch sichtlich bemüht, zu keinem Zeitpunkt so etwas wie Langeweile aufkommen zu lassen. Stattdessen konfrontiert man die zukünftigen Besitzer von Ratchet & Clank Future mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Aufgaben. Bahnt man sich beispielsweise den Weg in eine neue Galaxie, kommt es hin und wieder vor, dass die beiden Helden von finsteren Piraten attackiert werden. Kurzerhand wird der Spieler also an das Steuer eines Raumschiffs versetzt und bahnt sich ganz im Stile des Klassikers Lylat Wars einen Weg durch die zahlreichen gegnerischen Raumschiffe, ehe man zum Ende der Mission mit einem mächtigen Endboss konfrontiert wird. Dieser positive Eindruck setzt sich auch bei den zwischendurch auftauchenden Rätseln fort, die zwar sicherlich keinen Oscar für besondere Kreativität gewinnen, sich allerdings nahtlos in das Spielgeschehen einfügen. Ein besonderes Lob verdient an dieser Stelle zudem der Einsatz des Sixaxis genannten Controllers, der in der näheren Vergangenheit leider stets nach dem Motto „Irgendwas müssen wir mit diesem Feature ja anfangen“ Einzug in unterschiedliche Projekte erhielt und sich im Prinzip schnell negativ ins Gesamtbild einfügte. Nicht so in Ratchet & Clank Future, wo man sich laut eigenen Angaben ganz genau Gedanken machte, an welcher Stelle der Sixaxis denn nun Sinn macht und an welcher Stelle nicht. Als Beispiel sei hier ein immer wiederkehrendes Rätsel genannt, mit dem Ratchet und Clank verschlossene Türen öffnen. So befinden sich in einer Art Karton elektronische Schaltkreise, die nach und nach mit einem Strahl aus Energie berührt werden müssen. Der besagte Strahl bewegt sich dabei auf vorgegebenen Bahnen, die stets durch ein kleines Loch unterbrochen sind. Die Aufgabe des Spielers ist es nun den Karton stets so zu kippen, dass eine kleine Kugel aus Metall diese Löcher schließt und der Stromkreis so nicht unterbrochen wird. Allerdings verdient nicht nur der Einsatz des Sixaxis Lob, auch die stets kritisierte, fehlende Genauigkeit ist in diesem Titel absolut kein Thema mehr. Egal ob man nun die hier angesprochenen Rätsel löst, Ratchet mit leichten Bewegungen des Controllers durch diverse Flugpassagen manövriert, spaßige Tanzeinlagen meistert oder aber mächtige Tornados mit den Bewegungssensoren über den Bildschirm dirigiert, fehlende Präzision oder die bekannten Frusterlebnisse anderer Titel bleiben an dieser Stelle gänzlich aus.

Das wichtigste und gleichzeitig beliebteste Feature der Serie waren natürlich seit jeher die verschiedenen Waffensysteme, die sich nicht nur ungemein ausgefallen präsentieren, sondern gleichzeitig aufgewertet werden konnten, um den Gegnern mit noch mächtigeren Totschlägern zu Leibe zu rücken. Dieses Feature erhielt selbstverständlich auch im aktuellen Ableger Einzug und wurde durch diverse neue Waffen sinnvoll erweitert. Neben dem bereits angesprochenen Tornado, der mit den Bewegungssensoren für ein hohes Maß an Verwüstung sorgt, hat es uns an dieser Stelle besonders der Groovitron angetan. Diese überdimensionale Discokugel sorgt dafür, dass die Gegner jegliche Motivation zum Kämpfen verlieren und stattdessen eine flotte Sohle aufs Parkett legen. Dies sieht nicht nur ungemein witzig aus, sondern bietet dem Spieler gleichzeitig die Möglichkeit, die Möchtegern- John-Travoltas ohne Gegenwehr aus dem Weg zu räumen. Selbstverständlich steht der Groovitron nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung - um das Spielgeschehen nicht zu einfach werden zu lassen. Doch trotz dieser Entscheidung präsentiert sich das Spiel auch in seiner mittlerweile sechsten Runde nur bedingt knackig, da die einzelnen Waffensysteme, die auch dieses Mal von Raketenwerfern, über Mienen, bis hin zu Nahkampfwaffen alles bieten, was den Namen Tools of Destruction rechtfertigt, mit zunehmender Spieldauer an Stärke zunehmen und sich vor allem im späteren Spielverlauf deutlich zu stark präsentieren. Wie gewohnt nimmt man dieses kleine Manko allerdings mit einem breiten Grinsen im Gesicht hin und macht sich daran, die zahlreichen gegnerischen Armeen nach allen Regeln der Kunst auseinander zu nehmen.

Besiegte Gegner hinterlassen dabei zwei verschiedene Arten von Belohnungen. Schrauben oder Muttern dienen in der Welt von Ratchet als Währung und können zum Kauf von neuen Waffen, zum Auffrischen der eigenen Munition oder zum Erwerb von bestimmten Gegenständen benutzt werden. Des Weiteren hinterlassen vor allem mächtige Gegner bunte Kristalle, die beim Aufrüsten der eigenen Waffen zum Einsatz kommen. Welche Faktoren aufgerüstet werden können, hängt dabei von der Art der gewählten Waffe ab. In der Regel warten an dieser Stelle jedoch ein größeres Munitionslager, eine schnellere Schussfolge oder eine größere Reichweite. Auf diesem Wege bastelt man sich nach und nach ein beeindruckendes Arsenal an mächtigen Totschlägern. Sammelwütige Spieler werden natürlich mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Faktoren und Systemen bedacht, wodurch diese Zeitgenossen alleine mit dem Aufwerten ihrer Waffen einige Stunden verbringen dürften. Doch nicht nur in diesem Bereich werden fleißige Spieler belohnt, auch abseits der Aufrüstung des eigenen Arsenals gibt es einiges zu entdecken. Bereits besuchte Planeten können nämlich nach eigenem Gusto ein weiteres Mal besucht und erforscht werden. Von wertvollen Schätzen, über die so genannten Leviathan-Seelen, die von großen Monstern erbeutet und später gegen Bares eingetauscht werden können, bis hin zu packenden Schlachten in einer Arena, warten hier zahlreiche Aufgaben um sich die Zeit zu vertreiben. Im Statusmenü wartet zudem ein Punkt mit dem Namen „Stil Punkte“, der in erster Linie bei Besitzern einer Xbox 360 für einen vertrauten Aha-Effekt sorgen dürfte. Ganz im Stile der bekannten Achievements werden hier unterschiedliche Auszeichnungen geboten, die sich im Laufe des Abenteuers freischalten lassen. Sieht man also einmal von der hin und wieder etwas störrischen Kamera, sowie dem dezent zu niedrig angesetzten Schwierigkeitsgrad ab, präsentiert sich Ratchet & Clank Future spielerisch als bester Teil der Serie und gehört definitiv zum besten, was Sonys Next-Generation Flaggschiff bisher zu bieten hat.

Die technische Umsetzung schließt sich dem positiven Gesamteindruck nahtlos an und verhilft den Abenteuern von Ratchet und Clank auf der neuen Hardware zu vollkommen neuem Glanz. Insbesondere die Größe der einzelnen Areale, die witzigen Animationen, sowie die zahlreichen kleinen Details stechen hier schnell ins Auge. Um die Action entsprechend zu untermalen, ist auf dem Bildschirm zudem immer etwas los. Egal ob nun krachende Explosionen, herumfliegende Gefährte oder nett anzusehende Wettereffekte, Langeweile wird man an dieser Stelle vergeblich suchen. Erfreulicherweise konfrontiert man die Spieler auch nicht mit diversen Problemen wie Slow-Downs oder Tearing, die sich zuletzt leider wie der sprichwörtlich rote Faden durch diverse PS3-Titel zogen. Die Ohren des Spielers dürfen sich auf eine Vielzahl deutscher Synchronsprecher freuen, die sich zwar nicht ganz mit den englischsprachigen Originalen messen können, allerdings sichtlich bemüht sind, den zahlreichen Protagonisten Leben einzuhauchen. Dies kommt vor allem bei den zahlreichen witzigen Dialogen zum tragen, die bedingt durch ihren ausgefallenen Stil auch dieses Mal für einige kräftige Lacher sorgen werden. Lediglich die Hintergrundmusik fällt in diesem Bereich ein wenig ab und lässt gelegentlich leider den nötigen Pepp vermissen. Dafür erklingen die Sound- und Waffeneffekte glasklar und wuchtig aus den Boxen und ziehen den Spieler förmlich in das Geschehen.
Bereits Monate vor der offiziellen Vorstellung versprachen die Mannen von Insomniac, dass man die Abenteuer von Ratchet und Clank dank der neuen Hardware der PlayStation 3 auf ein neues Level heben wird. Nachdem das Spiel nun offiziell erschienen ist, muss man den Entwicklern definitiv zugestehen, dass sie ihr Wort gehalten haben und sämtliche Faktoren der PS3 sinnvoll in das Abenteuer eingebunden haben. Dies fängt bei der tollen Grafik an, zieht sich über die spannende Geschichte mitsamt ihrer ausgefallenen Protagonisten, sowie Waffen und gipfelt im interessanten Einsatz des Sixaxis. Zwar sind auch kleinere Mankos wie die hin und wieder etwas ungünstige Kameraführung oder der etwas zu niedrig angesetzte Schwierigkeitsgrad zu bemängeln, diese können das Spielvergnügen allerdings in keiner Form und zu keinem Zeitpunkt trüben. Wer eine PlayStation 3 sein Eigen nennt, sollte also definitiv zugreifen.
Gesamtwertung: 9/10
 
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