Sind wir mal ehrlich: So toll und abwechslungsreich aktuelle Action-Spiele wie Uncharted 2 oder die Gears of War-Spiele auch sind, im Kern bieten sie nichts Neues. So hetzt man ständig von einer Deckung zur anderen, springt über diverse Abgründe und schaltet unterwegs unzählige Gegner aus. Das mag zwar bisweilen äußerst spaßig und unterhaltsam sein, doch langsam wird es auch mal wieder Zeit für etwas Neues. Genau dieses Neue liefert nun Capcom mit Dark Void, einem Action-Shooter, bei dem ihr mittels Jetpack den Luftraum unsicher machen könnt. Doch wie gut der Titel nach den vielen Vorschusslorbeeren wirklich geworden ist, erfahrt ihr in unserem Review.
Dark Void verschlägt euch in die Zeit der 30er Jahre, in eine Zeit also, in der die Nazis auf dem Vormarsch sind. Wer jetzt allerdings befürchtet, dass Dark Void wieder nur ein weiteres Spiel zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ist, den können wir beruhigen. Ihr schlüpft in die Rolle des jungen Draufgängers Will Grey, der gemeinsam mit seiner alten Freundin Ava mit dem Flugzeug abstürzt - genau über dem berühmt berüchtigten Bermuda Dreieck. Doch anstatt hilflos auf dem Meer zu treiben, platzen die Beiden plötzlich in die Parallelwelt „Die Leere“. Schon früh macht Will Bekanntschaft mit den „Beobachtern“, eine Art Alien-Roboter, die einen unerbittlichen Krieg gegen die letzten überlebenden Menschen führen. Gut gegen Böse also, nichts Besonderes. In der Story liegt leider schon das erste Problem von Dark Void. Nicht nur die Handlung, auch die Charaktere an sich bleiben das komplette Spiel über zu blass, um dauerhaft in Erinnerung zu bleiben. Das liegt nicht nur an der spannungsfreien Story, sondern vor allem an der langweiligen Inszenierung, die auch oftmals recht wirr daher kommt, da viele aufeinanderfolgende Szenen nicht wirklich sinnvoll ineinander übergehen.
Doch bei einem Action-Spiel steht auch nicht die Story im Vordergrund, sondern die Action, und davon bietet Dark Void mehr als genug. Nach dem Absturz finden sich Will und Grey in einem Dschungel wieder. Es dauert nicht lange, bis Will sein erstes MG findet. Das dient natürlich nicht nur zum Anschauen, sondern will gleich fleißig benutzt werden, denn einige nicht gut gelaunte Menschen-ähnliche Roboter wollen Will an den Kragen. Diesem bleibt also nichts anderes übrig, als von einer Deckung zur anderen zu hetzen und einen Gegner nach dem anderen auszuschalten. Das spielt sich zwar alles recht solide, kennt man aber schon aus diversen anderen Spielen und das zumeist auch etwas besser. Das Problem ist nämlich, dass die gegnerische künstliche Intelligenz ihren Namen nicht wirklich verdient hat und entweder nur dumm in der Gegend rumsteht, wie wild auf die ein und selbe Stelle feuert oder seine eigenen Kameraden per schlecht geworfenen Granaten ausschaltet. Herausfordernd ist das nicht gerade.
Doch Dark Void kann sich glücklicherweise doch noch etwas von der Durchschnitts-Masse an Shootern absetzen. Früh im Spiel bekommt ihr nämlich ein Jetpack auf den Rücken geschnallt, mit dem ihr fortan durch die teilweise weitläufigen Levels düsen könnt. Das steuert sich nicht nur sehr gut, sondern macht auch noch Spaß. Kein Wunder, verstehen die Entwickler von den Airtight Games doch durchaus ihr Handwerk, bereits mit den Crimson Skies-Spielen haben die Jungs und Mädels schon ihr Geschick für Luftraum-Action unter Beweis gestellt. Die Luftkämpfe sind es auch, die Dark Void vor dem Untergang retten. Während sich die Boden-Missionen eher durchwachsen spielen, machen die Luftkämpfe da schon einiges mehr her. Dank automatischer Zielerfassung habt ihr dabei euren Gegner jederzeit im Blick, per Analogsticks könnt ihr diverse Flugmanöver ausführen und so eure Feinde ausschalten. Hier bekommt ihr es auch nicht nur mit Standard-Gegnern, sondern auch mit fliegenden Unterassen zu tun, die ihr auf Wunsch sogar kapern könnt. Dazu müsst ihr euch lediglich in die Nähe eines Feindes begeben und die richtige Taste drücken, wodurch eine Art Quick-Time-Event gestartet wird. Habt ihr dieses erfolgreich gemeistert, könnt ihr fortan eure Gegner auch mit deutlich mehr Feuerkraft unter Beschuss nehmen.




















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