Was haben Spiele wie God of War, Devil May Cry und Ninja Gaiden neben der ausufernden Action, dem hohen Gewalt- faktor und dem meist anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad gemeinsam? Ganz klar, die perfekt auf stylisch getrimmte Inszenierung. Doch all diese Spiele wirken im Vergleich zu Bayonetta wie ein Kindergeburtstag. Das erste Next-Gen-Spiel des noch jungen Entwicklers Platinum Games legt die Messlatte für zukünftige Action-Spiele ganz schön in die Höhe. Kein Wunder, immerhin arbeiten einige alt bekannte Entwickler bei den Platinum Games, die auch schon maßgeblich bei den Devil May Cry-Spielen mitgewirkt haben. Doch dass Bayonetta noch weit mehr als nur schnörkellos präsentierte Action bietet, verrät unser Review.
Die Zeit, die ihr damit verbringen werdet, im Hauptmenü ein neues Spiel zu starten, ist zugleich die letzte ruhige Zeit, die ihr im ganzen Spiel haben werdet. Denn schon in den ersten Minuten geht es in Bayonetta mehr ab, als in anderen Spielen den gesamten Spielverlauf über. Das Spiel beginnt mit einer fulminant inszenierten Action-Sequenz: Die Kamera zeigt zwei Hexen in Großaufnahme. Nun schwingt die Kamera langsam zurück, wodurch ihr erst seht, dass die beiden Hexen, von denen eine natürlich Bayonetta ist, auf den Trümmern einer Kathedrale umher springen, die in einen unendlich groß scheinenden Abhang stürzt. Umher springen trifft es dabei aber nicht ganz richtig, denn die beiden Hexen werden ununterbrochen von Engeln angegriffen, deren sie sich nach und nach entledigen. Ihr schlüpft also in die Rolle der sexy Hexe und mischt unter euren Gegnern gehörig auf. Plötzlich erscheint ein überdimensionaler, zweiköpfiger Drache, der den Boden wegsprengt und natürlich nichts anderes im Sinn hat, als euch wegzuputzen. Ihr seht schon, bereits in den ersten fünf Minuten fährt Bayonetta gewaltige Geschütze auf und bietet euch pausenlose Action. Und glaubt uns, wenn wir sagen, dass diese erste Action-Sequenz noch nichts im Vergleich dazu ist, was euch noch erwartet. Bayonetta bietet den gesamten Spielverlauf über die wohl stylischste Action, die es jemals in einem Videospiel, wenn nicht sogar überhaupt, gab. Worte können das kaum beschreiben, Bayonetta muss man einfach erlebt haben!
Doch um was geht es eigentlich? Das wird euch zu Beginn noch nicht ganz klar und ist auch gleichzeitig eine der größten Schwächen von Bayonetta. Die Story ist recht wirr und nicht immer werdet ihr 100 prozentig verstehen, um was es eigentlich genau geht, doch mit dem weiteren Spielverlauf kommt immer mehr Licht ins Dunkel und spätestens nach dem zweiten Durchspielen dürfte euch das Meiste klar sein. Im Groben haben wir die Story aber für euch zusammengefasst: Ihr schlüpft in die Rolle der Hexe Bayonetta, die, wie so viele ihrer Videospiel-Kollegen, mit einem Gedächtnisverlust zu kämpfen hat. Bayonetta weiß nichts mehr über ihre Herkunft oder woher ihre exorbitanten Kräfte kommen. Also versucht sie nun Licht in ihre Vergangenheit zu bringen, womit die fremdartigen Engelswesen scheinbar ein gehöriges Problem haben. Im Laufe der Zeit erfahrt ihr, dass es um einen Kampf um die mysteriösen Edelsteine "Augen der Welt" geht, die die Macht besitzen sollen, das Ende der Welt herbeizuführen und gleichzeitig einen Neubeginn hervorrufen können. Dank rasant geschnittener Zwischensequenzen, die nicht immer nur ausufernde Action, sondern stellenweise auch mal die ein oder andere emotionale Szene zeigen, fühlt ihr im Laufe der Zeit richtig mit der sympathischen Hexe mit und wollt unbedingt wissen, was es mit Bayonettas Vergangenheit auf sich hat.
Auch wenn Bayonetta sich nicht mehr an ihre Herkunft erinnern kann, wie sie ihre femininen Reize und vor allem ihre spektakulären Fähigkeiten einsetzt, weiß sie sehr wohl. Gegen das Repertoire der sexy Hexe wirkt das von Dante oder Kratos ziemlich mickrig. Nicht nur, dass Bayonetta zahlreiche Kombos auf dem Kasten hat, vor allem ihre Haare, die auch gleichzeitig ihren Ganzkörper-Anzug darstellen, haben so einiges auf dem Kasten. So kann Bayonetta ihre Haarpracht entweder dazu benutzen, um ihre Gegner einfach nur zu verprügeln, oder verwandelt ihre Haare unter anderem in einen mächtigen Stiefel, der euren Feinden gehörig in den Hintern tritt. Doch das alles ist noch gar nichts zu dem Drachenkopf, den Bayonetta im weiteren Spielverlauf beschwören kann. Dann nehmen ihre Haare nämlich die Form eines gigantischen Drachenkopfes an, der keinerlei Zweifel daran lässt, wer hier das Sagen hat. Solch mächtige Attacken stehen Bayonetta aber nur in den spektakulären Bosskämpfen zur Verfügung. Doch das Besondere an Bayonetta ist, dass nicht nur die Spezialattacken extrem aufwendig inszeniert wurden, auch die ganz normalen Kombo-Attacken bieten abgedrehte Unterhaltungskunst.




















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